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Warum die Geschäftsführung keinen Odoo-Zugang bekommen sollte

Der naheliegende Weg zu Kennzahlen ist ein Odoo-Zugang für die Geschäftsführung. In der Praxis endet das damit, dass die Zahlen weiterhin per Tabelle kommen — nur jetzt mit einem zusätzlichen Konto mit weitreichenden Rechten.


Drei Gründe, warum der Zugang nicht genutzt wird

  1. Odoo ist ein Arbeitswerkzeug, kein Überblick. Die Oberfläche ist für Menschen gebaut, die täglich Belege erfassen. Wer viermal im Monat auf Zahlen schaut, findet den Weg zum richtigen Bericht nicht mehr.
  2. Berichte brauchen Kontext. „Umsatz“ in Odoo ist je nach Ansicht der fakturierte, der bestätigte oder der bezahlte. Ohne Wissen um diesen Unterschied entstehen Diskussionen über Zahlen statt über das Geschäft.
  3. Das Handy. Die Zielperson schaut zwischen zwei Terminen. Eine ERP-Oberfläche auf einem Telefon ist kein Format für diese fünf Minuten.

Das Rechteproblem, das dabei entsteht

Damit die Geschäftsführung alle relevanten Zahlen sieht, braucht das Odoo-Konto Leserechte auf Buchhaltung, Verkauf, Einkauf, Lager und meistens Personal. In Odoo bedeutet ein Konto mit diesen Rechten in der Regel auch: Es kann ändern. Die Trennung zwischen Lesen und Schreiben ist in einem ERP nicht die Grundeinstellung, sondern Konfigurationsarbeit.

Dazu kommt der Personalbereich. Wer Kennzahlen zum Personalstand sehen soll, bekommt über dieselben Gruppen oft auch Zugriff auf Verträge und Gehälter. Das ist selten beabsichtigt und arbeitsrechtlich heikel.

Die Alternative: ein Lesezugang, sauber abgegrenzt

Ein Auswertungswerkzeug greift mit einem technischen Odoo-Benutzer zu, und dieser Benutzer bekommt ausschließlich Leserechte. Die Trennung, wer welche Zahl sieht, passiert danach — im Auswertungswerkzeug, auf Ebene der Datenmodelle statt auf Ebene der Odoo-Gruppen.

Das hat einen angenehmen Nebeneffekt: Die Rechtefrage wird beantwortbar. Statt „welche der 60 Odoo-Gruppen hat diese Person“ lautet sie „darf diese Rolle Lohndaten lesen — ja oder nein“.

DatenklasseBeispieleWer sollte lesen dürfen
LohnVerträge, GehaltsstufenGeschäftsführung und Personal
HauptbuchJournale, Steuersätze, AnalytikGeschäftsführung und Finanzen
TechnikProtokolle, Modelldefinitionen, E-Mail-WarteschlangeNur Administration
Alles ÜbrigeUmsatz, Aufträge, Bestände, LieferungenJede angemeldete Rolle

Worauf man bei so einem Zugang achten muss

  • Ein API-Schlüssel ist Vollzugriff. Dass eine Software nur liest, ist eine Eigenschaft dieser Software — kein Schutz des Schlüssels. Legen Sie in Odoo einen eigenen Benutzer mit minimalen Rechten an, statt den des Administrators zu verwenden.
  • Der Schlüssel gehört nicht in den Browser. Läuft die Abfrage aus dem Browser des Anwenders, kann jeder mit den Entwicklerwerkzeugen ihn auslesen. Der Zugriff muss serverseitig laufen.
  • Kein Schreibpfad, nachweisbar. „Wir schreiben nicht“ ist eine Zusage. „Es gibt keine Funktion, die schreiben könnte“ ist eine Eigenschaft, die man im Quelltext prüfen kann.
  • Keine Kopie der Daten. Jede Auswertung, die Ihre Geschäftsdaten in eine zweite Datenbank spiegelt, verdoppelt die Angriffsfläche und die Frage nach der Aktualität gleich mit.

Was die Führungsebene wirklich braucht

Nicht Zugang zu allem, sondern zehn bis vierzehn Zahlen mit Vergleich zur Vorperiode, auf einer Seite, mit der Angabe, worauf sich jede Zahl bezieht. Alles Weitere ist eine Frage, die man dem Fachbereich stellt — und die dort besser beantwortet wird als durch eigenes Suchen im ERP.

Ein ERP-Zugang für die Geschäftsführung ist meistens die Antwort auf die falsche Frage: Nicht der Zugriff fehlt, sondern die Zusammenfassung.

Das kostenlose Executive Board ist genau diese eine Seite. Was es technisch nicht kann — und warum das nachprüfbar ist — steht unter Sicherheit.

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