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Fünf Kennzahlen, die eine Geschäftsführung wöchentlich braucht

Die meisten Management-Dashboards scheitern nicht daran, dass sie zu wenig zeigen. Sie scheitern daran, dass niemand weiß, welche der vierzig Zahlen heute eine Entscheidung verlangt.


Ein wöchentlicher Blick auf das Unternehmen braucht Zahlen, die drei Bedingungen erfüllen: Sie ändern sich innerhalb einer Woche spürbar, sie lassen sich beeinflussen, und es gibt eine Schwelle, ab der man handeln muss. Alles andere gehört in den Monatsabschluss.

1. Liquidität in Wochen, nicht in Euro

Der Kontostand ist keine Kennzahl, sondern ein Zwischenstand. Aussagekräftig wird er erst im Verhältnis zum Mittelabfluss: Wie viele Wochen laufen wir ohne einen einzigen Zahlungseingang weiter? Unter acht Wochen ist das eine Zahl, die wöchentlich auf den Tisch gehört; unter vier Wochen bestimmt sie die Tagesordnung.

In Odoo ergibt sich die Größe aus den Bankjournalen für den Bestand und aus den Aufwandsbuchungen der letzten Monate für den Verbrauch. Wichtig ist der gleitende Durchschnitt: ein einzelner Monat mit einer Großanschaffung verzerrt die Reichweite dramatisch.

2. Überfällige Forderungen, nach Alter gestaffelt

Die Gesamtsumme offener Forderungen sagt wenig — sie steigt mit dem Umsatz. Interessant ist die Staffelung: 1–30 Tage überfällig ist Normalbetrieb, 30–60 ist Nachlässigkeit, über 90 Tage ist meistens ein Konflikt, von dem die Geschäftsführung noch nichts weiß.

Die Daten stehen in account.move: payment_state ungleich paid, invoice_date_due in der Vergangenheit, offener Betrag im Residual-Feld. Die Falle: Wer nach amount_total statt nach dem Restbetrag geht, zählt teilweise bezahlte Rechnungen in voller Höhe.

3. Auftragseingang gegen Umsatz

Umsatz ist Vergangenheit — er beschreibt, was vor Wochen verkauft wurde. Der Auftragseingang beschreibt die nächsten Monate. Beide nebeneinander zeigen die Richtung: Liegt der Auftragseingang mehrere Wochen unter dem Umsatz, schrumpft das Unternehmen bereits, auch wenn die Umsatzkurve noch schön aussieht.

In Odoo ist das der Wert bestätigter Verkaufsaufträge (sale.order, Status sale) nach Bestätigungsdatum, gegen den fakturierten Umsatz derselben Woche. Wer im Projektgeschäft arbeitet, sollte zusätzlich den Auftragsbestand führen: bestätigt, aber noch nicht fakturiert.

4. Rohertragsmarge, nicht Umsatzwachstum

Umsatzwachstum bei fallender Marge ist ein Preisproblem, das sich als Erfolg tarnt. Die Marge reagiert schneller als das Ergebnis und zeigt Rabattdisziplin, Einkaufspreise und Produktmix in einer Zahl.

Vorsicht bei der Herkunft: Odoos Margenfelder rechnen häufig gegen den aktuellen Standardpreis, nicht gegen den Einstandspreis zum Verkaufszeitpunkt. Nach einer Preispflege ändert sich damit rückwirkend die Marge vergangener Aufträge. Wer das nicht weiß, jagt Phantomen.

5. Liefertreue

Der Anteil der Lieferungen, die am zugesagten Termin oder davor rausgegangen sind. Diese Zahl korreliert mit fast allem, was später weh tut: Reklamationen, Zahlungsverzögerungen, Kundenverlust. Und sie verschlechtert sich Wochen, bevor der erste Kunde sich beschwert.

Quelle sind die Lieferungen in stock.picking: zugesagtes Datum gegen tatsächliches Abschlussdatum, gefiltert auf abgeschlossene Vorgänge. Sinnvoll ist ein gleitendes Fenster von 90 Tagen — bei einem Wochenwert schwankt die Quote zu stark, um etwas zu bedeuten.

Was bewusst nicht dabei ist

Beliebte KennzahlWarum nicht wöchentlich
Anzahl LeadsOhne Qualifizierung eine Zahl über Fleiß, nicht über Ergebnis
Website-BesucherZu weit vom Geld entfernt, um eine Entscheidung auszulösen
LagerwertBewegt sich langsam — Monatsrhythmus reicht
MitarbeiterzahlÄndert sich nicht wöchentlich; wöchentlich ist sie Dekoration
EBITErst nach Abgrenzungen belastbar, also nach Monatsabschluss

Der Rhythmus zählt mehr als die Auswahl

Fünf Zahlen, jede Woche zur gleichen Zeit, jede mit einer Schwelle — das schlägt jedes vollständige Dashboard, das einmal im Quartal geöffnet wird. Der Nutzen entsteht durch Wiederholung: Erst wenn man dieselbe Zahl zwanzigmal gesehen hat, fällt die Abweichung sofort auf.

Genau dafür ist das kostenlose Executive Board gebaut: eine Seite, die eigenen Kennzahlen, keine Odoo-Anmeldung nötig. Mehr über die Kennzahlen im Detail.

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